Naturschutzbeirat gegen Osterweiterung des Technologiequartiers!

Der Naturschutzbeirat hat sich einstimmig gegen die von der Verwaltung vorgeschlagene Osterweiterung des Technologiequartiers ausgesprochen. 

Der Entscheidung ging in der Sitzung Anfang September 2026 eine lebhafte Debatte voraus. Eingeleitet wurde diese durch einen kurzen Vortrag der „BürgerInitiative TechnologieQuartier (BITQ). Hände weg von dem kleinen Naturparadies mit den dort ausgewiesenen Kompensationsflächen, solange ein Bedarf für eine Osterweiterung nicht nachvollziehbar dargelegt ist, forderte die Vertreterin der Initiative. Es frage sich bereits, ob überhaupt eine Erweiterung zur Ansiedlung von technologieorientierten Firmen mit Bezug zur Ruhr-Universität erforderlich sei. Diesen Bezug hätten schon heute nur die wenigsten der im Technologiequartier ansässigen Firmen. Selbst wenn ein solcher Bedarf bestehen sollte, müsse er nicht an dieser Stelle befriedigt werden. Zusammenarbeit mit der Uni sei heutzutage auch an anderen Stellen in Bochum möglich.

Die Debatte im Naturschutzbeirat eröffnete ein Mitglied dann mit der Frage, warum denn das Technologiequartier erst heute auf der Tagesordnung sei. Die Vorsitzende gab den schwarzen Peter an die Verwaltung weiter. Bereits seit Anfang 2026 versuche sie vergeblich, das Planungsamt zu diesem Thema einzuladen. Die Planung für eine Osterweiterung des Technologiequartiers stieß im Naturschutzbeirat auf völliges Unverständnis. Wie man überhaupt auf diese Idee kommen könne, wunderte sich ein Mitglied. Weil es keine entgegenstehenden Informationen aus der Verwaltung gab, ordnete ein Mitglied das kleine Naturparadies mit seiner Streuobstwiese als ein durch das Bundesnaturschutzgesetz geschütztes Biotop ein. Ein solches dürfe man aber nicht so einfach beseitigen.

Aus den bereits von den Naturschutzverbänden in der Anhörung Anfang 2026 zum Bebauungsplan 1039 – „Technologiequartier am Campus“ ( hier ) ausgeführten Gründen und aufgrund der Erörterung in der Sitzung regte der Naturschutzbeirat schließlich einstimmig an, auf eine Bebauung des Gebietes zu verzichten.

Die zahlreich erschienen Mitglieder der Bürgerinitiative verließen zufrieden die Sitzung. Nach der Bezirksvertretung Süd hatte sich erstmals ein Gremium im Bochumer Rathaus gegen das unsinnige Bauvorhaben ausgesprochen. Die Unterstützung wächst!

Politik und Verwaltung im Bochumer Rathaus dürfen sich über den Protest nicht einfach hinwegsetzen. Wer zivilgesellschaftliches Engagement nicht ernst nimmt, läuft Gefahr, dass Vertrauen in politische Parteien weiter verloren geht.