
Wenn auch Bezirksbürgermeister Olaf Peters in der Sitzung im Bezirk Süd Ende April 2026 keine mündlichen Fragen der „BürgerInitiative TechnologieQuartier“ (BITQ) zuließ, entwickelte sich die Debatte um die Erweiterung des Technologiequartiers doch zu einer Sternstunde der Bezirkspolitik.
Diese startete für die Bezirksvertretungsmitglieder und die zahlreich erschienenen BITQ-Mitglieder mit einer kleinen Überraschung: Die auf den umfangreichen, durch Fragen der Bürgerinitiative noch angereicherten Fragenkatalog der Bezirksvertretung hin erfolgte Präsentation des Planungsamtes erwies sich nur als Abklatsch der Vorstellung in der Bürgerversammlung im Januar 2026. Ergänzende Ausführungen Fehlanzeige!
Die Bezirksvertretung hat den erschienenen Vertretern des Planungsamtes daraufhin klar gemacht: Aufgabe der Politik ist es, Verwaltung zu kontrollieren. Den Fragenkatalog muss das Planungsamt nun schriftlich beantworten. Aber damit nicht genug!
Wie man denn überhaupt gegen den erklärten Willen von Bezirksvertretung und Zivilgesellschaft mit der bisherigen Planung einfach so weitermachen könne, musste sich die Verwaltung fragen lassen. Bezirksbürgermeister Olaf Peters Fazit: So könnten Bezirksvertretung und betroffene Bürger:innen wohl nicht mitgenommen werden!
Bürgerinitiative und Bezirksvertretung Süd stehen beim Technologiequartier also Schulter an Schulter. Aber das allein wird nicht reichen. Entschieden wird letztendlich im Rathaus. Bezirksvertretung und Bürgerinitiative müssen dort auch ernst genommen werden!
Das scheint die CDU-Ratsfraktion wohl verstanden zu haben. Sie hat für den Planungsausschuss am 03.06.2026 u.a. schon mal beantragt (Antrag siehe hier), die Auf- und Abfahrtsohren Universitätsstraße zu erhalten, eine Verbesserung der Fuß- und Radwegeverbindungen zu prüfen, die zulässige Geschosshöhe auf bis zu acht zu erhöhen und Stellplätze nach Möglichkeit in Tiefgaragen nachweisen zu lassen. Der Antrag erfolge vorausschauend bereits jetzt, um zu verhindern, dass die Verwaltung Ressourcen und Zeit in letztendlich politisch nicht gewollte Planungen investiere.
Wie sich die anderen Parteien im Rathaus, allen voran SPD und Grüne wohl positionieren werden? Ob vielleicht zunächst auf die beauftragten Ergänzungen zum Verkehrsgutachten gewartet werden soll? Und wie steht es überhaupt mit den Untersuchungen zum Arten- und Umweltschutz? Dazu gab es in der Sitzung der Bezirksvertretung von der Verwaltung nicht eine Antwort. Dabei müssten Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange doch schon vorliegen.

