Baumfällungen in Bochum: Umweltausschuss scheut klare öffentliche Ansage an Verwaltung!

Auf der Tagesordnung der Sitzung des Umweltausschusses am 04.03.2026 standen u.a. zwei Eingaben nach § 24 Gemeindeordnung NRW, mit denen angeregt wurde, der Verwaltung aufzugeben, künftig Gremien und Öffentlichkeit über Baumfällmaßnahmen frühzeitig und allgemein verständlich zu informieren.

Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung hatte mit seiner Eingabe aus Januar 2026 (hier) und Konkretisierung (hier) u.a. angeregt, die schon im Juni 2009 auf Antrag der damaligen rot-grünen Koalition (Antrag hier) vom Umweltausschuss beschlossenen ergänzenden Maßnahmen zur Umsetzung des Bochumer Baumpflegekonzepts ab sofort durchzuführen. Ein Wattenscheider Bürger hatte diesem Ziel mit seiner anlässlich der gerade erfolgten Fällung von uralten Bäumen an der Eppendorfer Straße eingereichten Eingabe (Eingabe und Verwaltungsvorlage (hier) noch aktuell Nachdruck verliehen.

Der Ausschuss ist beiden Eingaben nicht gefolgt. Der Beschluss aus Juni 2009 ist in der Sitzung zwar angesprochen worden. Der Ausschuss hat aber eine klare Ansage an die Verwaltung gescheut! Er wollte der Verwaltung nicht einmal durch erneuten Beschluss aufgeben, die bereits 2009 beschlossenen Maßnahmen künftig auch umzusetzen. Damit wäre für die Öffentlichkeit erkennbar geworden, dass die Verwaltung ihre Aufgaben im Zusammenhang mit der Baumfällliste 2025/26 nicht erfüllt hat. Das wollte der Ausschuss aber offenbar vermeiden. 

Stattdessen hat er einen Kritik vermeidenden Weg gewählt. In der seit 23.03.2026 im Ratsinformationssystem einsehbaren Sitzungsniederschrift (hier)finden sich nun Formulierungen wie:

man sei in Gesprächen mit der Verwaltung, um künftig Baumpflanzungen und Baumfällungen noch deutlicher darzustellen, und bei den Baumfällungen an der Eppendorfer Straße dürfe es sich um um ein Negativbeispiel hinsichtlich der Transparenz handeln, ansonsten sei man jedoch mit Fraktionen und Verwaltung in Gesprächen.

Interne Gespräche allein schaffen aber keine Transparenz und keine Verbindlichkeit!

Bleibt nur zu hoffen, dass die Ausschussmitglieder in diesen Gesprächen gegenüber der Verwaltung deutlicher werden als in der Niederschrift festgehalten, damit künftige Fällungen und Ersatzpflanzungen dann auch für alle vorab frühzeitig und allgemein verständlich angekündigt werden.