Technologiequartier:

Verwaltung weiß von nichts – Betroffene müssen sich selber informieren!

Die in Planung befindliche Erweiterung des Technologiequartiers stößt seit der Bürgerversammlung im Januar 2026 auf Widerstand. Betroffene haben die „BürgerInitiative TechnologieQuartier“ (BITQ) gegründet. . 

Die Bezirksvertretung Süd hat sich ebenfalls gegen die aktuelle Planung ausgesprochen. Erste Fragen von dort zu dem Bauvorhaben hat die Verwaltung nicht ausreichend beantwortet. Auch die Antworten auf einen um Fragen der Initiative angereicherten Fragenkatalog der Bezirksvertretung stellten sich in der April-Sitzung als bloßer Abklatsch der dürftigen Informationen in der Bürgerversammlung dar. Ergänzende Ausführungen Fehlanzeige!

Die daraufhin erforderliche schriftliche Beantwortung zur Juli-Sitzung (Fragen und Antworten hier ) war auch nicht zufriedenstellend. SPD und Grüne wollen in der Bezirksvertretung auf die Sache zurückkommen. 

Die Initiative BITQ hat die Antworten der Verwaltung zwischenzeitlich weitgehend als nichtssagend, nicht plausibel, nicht überzeugend und konstruiert entlarvt (siehe Bericht auf bo-alternativ ).

Die Verwaltung räumt mit ihren Antworten u.a. ein, derzeit keine konkreten Aussagen zu Natur- und Artenschutzfragen sowie zu erforderlichen Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen treffen zu können. Und Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet „Königsbüscher Wäldchen“ müssen erst noch untersucht werden. Die Verwaltung verweist auf den noch ausstehenden Umweltbericht. Dieser wird aber erst mit dem Bebauungsplanentwurf und dessen Begründung veröffentlicht. Dort geht es dann nur noch um einen Ausgleich der dann festgestellten Eingriffe.

Und in der von einem Mitglied aus dem Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklungeingesehenen Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde ( hier ) heißt es auch nur: Das Artenschutzkataster enthalte keine Hinweise auf planungsrelevante Arten im Plangebiet. Besonders schutzwürdige Biotope, Landschaftsbestandteile oder Tier-/Pflanzenarten seien bisher nicht bekannt. Allein wegen des Eingriffs in eine Biotopverbundfläche von besonderer Bedeutung und der Überplanung von bestehenden Kompensationsflächen seien aber Eingriff und Beeinträchtigung von Natur und Landschaft bereits als sehr stark einzuordnen.

Die Initiative BITQ hat sich deshalb im Juli 2026 in einer Begehung des Plangebiets mit dem Biologen Martin Lensing selber informiert.

Vor Ort erklärte dieser den ca. 60 Teilnehmenden: 

Die über Jahrzehnte nicht gedüngte Hochstauden-Wiese mit ihrem Baumbestand sei höchst schützenswert. Die Anordnung der Bäume zeige die typische Einrichtung einer Ausgleichsfläche. Diese sei bei Bebauung doppelt zu ersetzen. Die Wiese biete Lebensgrundlage für Erd-, Wiesen-, Acker-, Stein- und Gartenhummel und Tagesschmetterlinge wie Schornsteinfeger, großes und kleines Ochsenauge, Sechsfleck-Widderchen, Tagpfauenauge, schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter. Sie sei aber auch Jagdrevier für Habicht, Sperber, Bussard und Turmfalke aus dem unmittelbar angrenzenden Naturschutzgebiet „Königsbüscher Wäldchen“ und für das Uhu-Pärchen aus dem Steinbruch am Kalwes. In den vergangenen Jahren sei sogar der allgemein nur in geschützten Landschaften anzutreffende Neuntöter gesichtet worden. In dem Tümpel laichten Grasfrosch und Feuersalamander. 

Auf die Feuersalamanderpopulation weist auch ein Warnschild vor Ort hin, für das u.a. auch die Stadt Bochum verantwortlich zeichnet. 

Insgesamt also ein kleines schützenswertes Naturparadies, das in Bochum seinesgleichen sucht und für das es sich weiter zu kämpfen lohnt!