Alle Jahre wieder legt die Verwaltung den Bezirksvertretungen, dem Naturschutzbeirat und dem Umweltausschuss eine Liste der Bäume vor, die in der Fällperiode von November bis Februar im öffentlichen Raum gefällt werden sollen. Da können schon mal mehrere hundert Bäume zur Fällung anstehen. Aus der Vorlage vom 26.11.2025 ( hier https://bochum.ratsinfomanagement.net/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZeTgb8bXM5G5LFN3nrLmOVo ) lässt sich für die Fällungen 2025/2026 – mit großer Mühe – errechnen, dass diesmal wohl mehr als 1500 (!) Bäume fallen sollen. Und hierbei sind noch nicht einmal die Bäume erfasst, die in Wäldern, an Autobahnen und Landesstraßen sowie auf Amprion-Flächen gefällt werden sollen. Wie viele Bäume hier noch fallen werden, ergibt sich aus der Vorlage leider nicht. Und wo und wie die insgesamt nur 650 Ersatzpflanzungen erfolgen sollen, bleibt Verwaltungsgeheimnis.
Im Januar/Februar 2026 läuft die Fällliste nun durch die zuständigen kommunalen Gremien. Am 15.01.2026 war sie als Mitteilung auf der Tagesordnung des Umweltausschusses. Den Naturschutzbeirat wird sie erst am 10.02.2026 erreichen. Wie soll in den Gremien noch eine Debatte entstehen, wenn die Fällperiode fast abgelaufen ist und Bäume vielleicht schon gefällt sind? Und wie sollen dann in strittigen Fällen noch Gutachten eingeholt werden? Dass dies zumindest bei größeren Fällaktionen möglich sein muss, hat im Juni 2009 bereits der damalige Umweltausschuss beschlossen. Dieser hat auch festgelegt, dass in den Vorlagen stets die Prüfung von Alternativen zu Fällungen erläutert werden müssen. Die Öffentlichkeit muss durch Schilder über Fällmaßnahmen informiert werden und es müssen Begehungen angeboten werden. Nach diesem Beschluss müssen Fälllisten also vor Beginn der Fällperiode den Gremien vorgelegt und der Zivilgesellschaft bekannt gegeben werden.
Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung hat deshalb mit Eingabe für die Sitzung des Umweltausschusses im Januar 2026 die vollständige Umsetzung des Beschlusses aus 2009 und zukünftig frühzeitige Vorlage von nachvollziehbaren und allgemein verständlichen Fälllisten angeregt ( Eingabe hier https://wolke.bochum-consul.de/s/260112_Wolf_BaumKonzept_PP24?dir=/&editing=false&openfile=true ).
In der Sitzung am 15.01.2026 hat Jürgen Dassow dann für das Netzwerk die ursprünglich umfangreiche Eingabe auf fünf Anregungen konzentriert (https://wolke.bochum-consul.de/s/E2Woonm4dH7dFt6?dir=/&editing=false&openfile=true ). Weil die CDU wegen dieser erst in der Sitzung erfolgten Konkretisierung der Anregungen Beratungsbedarf anmeldete, hat der Ausschuss die Eingabe in die nächste Sitzung am 04.03.2026 geschoben. Die Mitteilung der Verwaltung zu den Baumfällungen ist ohne Debatte einfach zur Kenntnis genommen worden. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich die Bezirksvertretungen und der Naturschutzbeirat die Fällliste vorher nochmal genau ansehen.
