„Grummer Teiche“: 2022 wieder keine Bürgerbeteiligung! (06.01.2022)

Einen Tag vor Heiligabend 2021 hat die Bochumer Stadtverwaltung mit Pressemitteilung und mit E-Mail an die „IG (Interessengemeinschaft) Grumme“ eingeladen zu einer

online stattfindenden Informationsveranstaltung zur Neugestaltung der Parkanlage Grummer Teiche für Dienstag, 18. Januar 2022, um 17 Uhr.  Das Umwelt- und Grünflächenamt, das Tiefbauamt und das beauftragte Planungsbüro werden die Vorentwürfe der vier geplanten Bauabschnitte digital vorstellen. Interessierte können sich bis Montag, 10. Januar, per E-Mail an NeugestaltungGrummerBach@bochum.de melden und erhalten dann einige Tage vor der Veranstaltung den Zugangslink für die Videokonferenz.

Das soll es dann aber wieder einmal mit der angekündigten Beteiligung gewesen sein. Austausch mit Verwaltung und Planungsbüro über die Vorentwürfe wird nicht in Aussicht gestellt, es wird nicht einmal – wie noch bei Vorstellung von Planungen im Juni letzten Jahres – die Möglichkeit einer Stellungnahme zu den Plänen per E-Mail angeboten. 2022 soll es bei einer bloßen Bürgereinformation bleiben, die zudem erneut nur den Menschen zugänglich sein soll, die im Netz unterwegs sind. Eine analoge Information ist nicht angekündigt, wird dann wohl auch nicht erfolgen.

Bürgerbeteiligung sieht anders aus!

Dabei müsste die Verwaltung es doch gerade in Grumme mittlerweile besser wissen! Schließlich hat sich die Grummer Bürgerschaft schon 2019 mit der bloßen Vorstellung von Plänen nicht zufrieden gegeben, sondern spontan eine Interessengemeinschaft gegründet und mit dem Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung umfassende Information und Beteiligung eingefordert. Und von der dann erfolgten Beteiligung haben sowohl Verwaltung als auch Bürgerschaft profitiert. Baudezernent Dr. Markus Bradtke bedankte sich noch 2020 für die von der Interessengemeinschaft erarbeitete alternative Trassenführung für den EmscherParkRadweg mit den Worten: „Wir freuen uns, dass die Bürgerinnen und Bürger sich aktiv in die Stadtgestaltung einbringen, wir lassen uns gern von guten Argumenten überzeugen.“

Tritt Verwaltung mit Bürgerschaft aber gar nicht erst in einen Dialog auf Augenhöhe, können unsinnige Planungen auch nicht vermieden werden. Die Verwaltung vergibt dann zudem die Chance, vor Ort Akzeptanz für eine gemeinsam gefundene Lösung zu schaffen.

Die Verwaltung täte gut daran, nicht schon im Monat eins des neuen Jahres durch eine reine Informationsveranstaltung in Grumme erneut für Unmut zu sorgen. Die Grummer Bürgerschaft muss sich aktiv beteiligen können. Dass auch online der für Beteiligung nun einmal erforderliche Austausch erfolgen kann, hat zuletzt im Dezember 2021 die Videoveranstaltung zum Klimaplan Bochum 2035 gezeigt.

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