„Klimapark Springorum“: Weniger kann mehr sein! (22.02.2022)

Die Entwurfsplanung für einen „Landschafts- und Klimapark Springorum“ geht in der Bezirksvertretung Südwest am 24.02.2022 in die zweite Runde. Der Erstentwurf war im November 2021 wohl auch deshalb durchgefallen, weil sich in der Bezirksvertretung ein Anlieger und Netzwerkmitglied zu Wort gemeldet hatte, um auf für ihn offensichtliche Planungsmängel hinzuweisen.

Die aktuelle Beschlussvorlage entspricht fast wortwörtlich der im November 2021 vorgelegten Erstfassung. Unterschiedlich sind allein die Angaben zur Bereitstellung der Haushaltsmittel für die Ausführungsplanung.

Der aktuell vorgelegte Erläuterungsbericht ist mit dem in November vorgelegten identisch, es werden u.a. Reitwege und eine Calisthenics-Anlage beschrieben.

Erst bei Vergleich der als Anlagen beigefügten Planentwürfe werden Änderungen erkennbar, nämlich: Streichung des Reitweges (für dessen Anlegung zahlreiche Bäume hätten fallen müssen), des Spazierwegs über das Gelände der Carolinen-Schule mit dem anschließenden Weg durch den Ostteil des Parks und wohl auch der Calisthenics Anlage sowie Verlegung der geplanten Treppe zum Aussichtspunkt.

Anregungen und Bedenken aus der Bezirksvertretung und der Anliegerschaft sind danach zwar angekommen, insgesamt scheint die Verwaltung ihre Hausaufgaben aber nur halbherzig gemacht zu haben. So würde eine Verlängerung des südlich des Reiterhofes verlaufenden Trampelpfads, der trotz Hinweises immer noch fälschlich als bereits bestehender befestigter Weg dargestellt ist, als Wanderweg wegen der Höhenunterschiede erhebliche Bodenbewegungen voraussetzen.

Und die grundsätzlichen Bedenken des sachkundigen Anwohners in der Novembersitzung des Bezirks gegen Wanderwege im Ostteil des Parks wegen der unzureichenden Standfestigkeit der Bäume und der Altlastenproblematik sind offenbar überhaupt nicht angekommen.

Dafür hat die Verwaltung aber nun einen KlimaCheck erstellt. Aus dem in Anlage beigefügten Erfassungsbogen ergibt sich nicht, ob oder wie die Auswirkungen der Baumfällungen für die geplanten neuen Wege im Ostteil des Parks sowie die unvermeidlichen Baumfällungen bei der Neugestaltung der Gasometerfläche bewertet worden sind. Stellungnahmen zu den zusätzlichen Versiegelungen für Wege und zum Plan des Verbrennens von Deponiegasen fehlen.

Ohnehin fragt sich, warum müssen in einem Klimapark Deponiegase abgefackelt, Bäume gefällt und Wanderwege befestigt werden. Zum Konzept eines Klimaparks passt doch eher, Flächen zu entsiegeln und neue Versiegelungen zu vermeiden.

Die Überarbeitung des Klimaplans ist ein Lehrstück dafür, was alles schief laufen kann, wenn die Betroffenen vor Ort nicht kontinuierlich informiert und in die einzelnen Planungsschritte eingebunden werden, sondern die Information der Öffentlichkeit – wie in Bochum schon üblich – über Berichte in der Lokalpresse erfolgt. Die Menschen vor Ort wissen eben häufig mehr! Die Verwaltung sollte deren Wissen aber auch nutzen!
Planentwürfe werden so nicht nur besser, sie finden auch höhere Akzeptanz.

Das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung appelliert deshalb an die Mitglieder der Bezirksvertretung, ernsthaft zu erwägen, ob in einem Klimapark nicht weniger mehr sein kann. Und weil der Park nach der Verwaltungsvorlage gerade von der Anliegerschaft angenommen werden soll, sollte die Verwaltung beauftragt werden, ein Verfahren für den „Klimapark Springorum“ zu erarbeiten, das auch die offensichtlich erforderliche Beteiligung der Anwohnerschaft umfasst.

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